Bonsai schneiden & Gestalten eines Bonsais.
Ein Bonsai ist eine lebende Pflanze. Vergessen Sie das nie.
Bei der Gestaltung sollte man immer die Möglichkeiten hervorheben, die der Baum einem vorgibt und die Pflanze niemals in eine Form zwingen die sie nicht will.
Man muss die natürlichen Eigenschaften des Bonsai finden und bei ihm den von der Natur vorgegebenen Stil umsetzen. Nur die intensieve Arbeit mit der Pflanze stellt die Charakteristik eines Bonsais heraus. Der Baum spricht zu einem auf seine eigene Art.
Hört man auf die Pflanze, wird sie einen mit einer schönen Bonsai Kreation belohnen.
So gelingt Ihnen jeder Bonsai!
Die Bezeichnung Bonsai kommt aus dem Japanischen und bezeichnet eine Kunstrichtung, bei der Bäume und Sträucher zur Begrenzung ihres Wachstums in kleinen Pflanzentöpfen gezogen und ästhetische gestaltet werden.
Die Wuchsform und die damit zusammenhängende Verzweigung ist eine kleine Wissenschaft für sich. Bei den Verzweigungssystemen werden die Aktotonie, die Mesotonie und die Basitonie unterschieden. Die akrotone Verzweigung wird hauptsächlich an Bäumen angewandt und zeichnet sich dadurch aus, dass die jeweils letzte Knospe eines Triebes am stärksten wächst. Die Knospen an den tieferliegenden oder die Seitenknospen nahe der Jahrestriebbasis treiben nicht aus oder bilden sich zurück. Beim Bonsai hat dies eine verstärkte Trieb- und Blattbildung im äußeren Kronenbereich zur Folge, wobei die Verzweigungsdichte im Kroneninneren abnimmt.
Mesotone und basitone Verzweigungen lassen sich hingegen bei Sträuchern ( Strauchform ) finden. Bei der mesotonen Verzweigung wachsen verstärkt neue Triebe in der Mitte der älteren Sprosse. Bei basitoner Verzweigung entstehen kontinuierlich neue Triebe aus dem Boden.
Bei Bekanntheit der genannten Verzweigungssysteme ist ersichtlich, dass sich für die Gestaltung eines Bonsais eine Pflanze mit akrotoner Verzweigung anbietet, da er nur einen Stamm erhalten soll.
Drahten zur Formgebung.
Zur Gestaltung des Bonsais ist die Technik des Drahtens notwendig. Die zu formenden Äste werden mit einem oft braunen Aluminiumdraht umwickelt und einfach in die erwünschte Wuchsrichtung verbogen. Diesen Draht gibt es in verschiedenen Dicken, je nach Flexibilität der Äste. Als Daumenregel gilt der Draht sollte ein Drittel der Stärke des Astes, der gebogen werden soll, umfassen. Begonnen wird mit dem Gestalten stets vom Stamm zu den Ästen und feinen Zweigen hin. Wichtig ist jedoch, dass nicht die ganze Pflanze verdrahtet wird, sondern lediglich die Abschnitte, die man gestalten möchte. Empfehlenswert für die Verdrahtung des Stammes ist, das etwas längere Stück Draht hinter den Stamm in die Erde zu stecken und einen Winkel von ca. 45° einzuhalten, wenn der Draht um den Stamm gewickelt wird. Zu beachten ist, dass der Draht nicht zu fest oder locker angebracht werden sollte. Hilfreich ist es die Drahtenden umzubiegen, um eine Verletzungsgefahr zu vermeiden.
Schneiden zur Formgebung.
Nachdem die Drähte um den Stamm oder die Äste gewickelt sind, kann begonnen werden die Verzweigungen in ihre erwünschte Form zu biegen. Ein häufiges Hin- und Herbiegen zum Gestalten sollte aus verständlichen Gründen vermieden werden.
Biegen zur Formgebung.
Außer dem Drahten ist das Schneiden von Bedeutung zur Gestaltung seiner Form. Ein Bonsai lässt direkte Blicke auf den Stamm zu, was es erfordert ganze Äste oder einzelne Astpartien zu entfernen. Bei Ästen, die sich gegenüberliegen, sollte einer entfernt werden, so dass sie abwechselnd angeordnet sind. Die richtige Jahreszeit für das Zuschneiden ist im allgemeinen Winter. Überkreuzende Äste oder nach innen treibende Äste gilt es zu entfernen. Wichtig ist nicht zu vergessen die Schnittstellen mit einem Wundschverschluss-Mittel zu versorgen.
Gestaltungsformen.
Es gibt zahlreiche Gestaltungsformen des Bonsais, von denen hier einige erwähnt und beschreiben werden. Es werden der Chokkan, der Kerzengerade wächst, als auch der Moyogi, der sich in mehreren Schwüngen zur Spitze hin zieht, bei den aufrechten Formen unterschieden. Darüber hinaus gibt es die Gruppe der Kabudachi, die über mehrere Stämme verfügen. Hierzu zählen der Sökan, dessen erster Ast einen eigenen Baum bilden und der Netsuranagi.
Indoor Bonsais.
Ansonsten gibt es noch Indoor Bonsais, die auch als Zimmerbonsai bezeichnet werden und die wie der Name schon verrät in der Wohnung zu gestalten sind. Da ein Zimmerbonsai viel kleiner ist als normal große Bäume spricht auch nichts gegen eine Indoor Variante. Zu den Indoor Arten zählen mitunter verschiedene Azaleen-Sorten, die chinesische Ulme, Linguster etc. Der Standort ist bei der Gestaltung von einem Zimmerbonsai von besonderer Bedeutung, da er beispielsweise viel Licht und wenig Kälte benötigt. Darüber hinaus ist es wichtig einen Zimmerbonsai niemals austrocknen zu lassen oder ihm der Staunässe auszusetzen. Auch benötigt ein Indoor Bonsai meist eine hohe Luftfeuchtigkeit, die leicht mit Hilfe einer Sprühflasche imitiert werden kann.